
Die Implementierung des Risikomanagements in unserer IV-Stelle stellt einen bedeutenden strategischen Wendepunkt dar. Sie kennzeichnet den Wandel von einer von Vorsicht geprägten Kultur hin zu einem proaktiven Ansatz, der Risiken dort, wo es sinnvoll ist, gezielt als Hebel für Innovation und Flexibilität nutzt. In einem sich ständig wandelnden Umfeld, das von der digitalen Transformation und neuen Erwartungen der Versicherten und unserer Partner geprägt ist, liegt das eigentliche Risiko heute in der Untätigkeit.
Die Umsetzung dieses neuen Ansatzes erfolgt über die Einführung eines Corporate-Risk-Managements (CRM), das integraler Bestandteil der Governance-Strategie und des Change-Managements ist. Ziel dieses Risikomanagement-Rahmens ist es, die Risikobeurteilung konsequent in sämtliche Prozesse und auf allen Ebenen der Organisation einzubinden.
Zur Gewährleistung eines strukturierten und ganzheitlichen Risikomanagements setzt unsere IV-Stelle auf einen Ansatz, der auf zwei getrennten, aber sich ergänzenden Prozessen beruht. Der erste Prozess ist das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) für das Management von Risiken im Bereich der Informationssicherheit. Für diese Letzteren wird ein vorsichtiger Ansatz verfolgt, mit sehr niedriger bis null Risikotoleranz bei schwerwiegenden vermeidbaren Risiken. Dieser Ansatz steht im Einklang mit unseren Compliance- und Datensicherheitszielen. Die IV-Stelle strebt im Übrigen die Zertifizierung nach ISO 27001 an. Der zweite Prozess ist der 2025 formalisierte Prozess der Direktion. Er dient der Steuerung strategischer und bereichsübergreifender Risiken, wobei die Risikobewertung systematisch in den strategischen Entscheidungsfindungsprozess integriert wird. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Entscheidungen mit den langfristigen Zielen der Organisation im Einklang stehen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken berücksichtigt werden.

„Unsere IV-Stelle verpflichtet sich somit im Rahmen des Corporate-Risk-Managements zu einem proaktiven Risikomanagement dort wo es Sinnvoll ist. Uns ist bewusst, dass gewisse Risiken, sofern sie sorgfältig geprüft und kontrolliert werden, zu Chancen und einem Mehrwert für die Organisation führen können.“
Cornelia Metrailler, Riskmanager
Ein proaktives Risikomanagement ist in drei zentralen Bereichen von entscheidender Bedeutung. Bei Projekten ist es besonders wichtig, die Risikobewertung bereits in der Planungsphase zu integrieren, um potenzielle Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und zu mindern. Bei bereichsübergreifenden Leistungen sind Koordination und Kommunikation zwischen den Prozessen entscheidend für das Management gemeinsamer Risiken und helfen, die mit einem Silodenken einhergehenden Hindernisse zu überwinden. Im Bereich der strategischen Risiken, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, ist es notwendig, kontrollierte und kalkulierte Risiken einzugehen, um Innovation und eine kontinuierliche Verbesserung der Dienstleistungen zu unterstützen. Das Risikomanagement wird dabei nicht als Bremsklotz, sondern als Sicherheitsnetz gesehen, das schnellere, sicherere und flexiblere Entscheidungen ermöglicht.
Ausschlaggebend für den Erfolg dieses Ansatzes sind ein echter Wandel der Organisationskultur und eine geteilte Verantwortung auf allen Organisationsebenen. Die Direktion fungiert als treibende Kraft und Förderin dieser Initiative und verkörpert diese Ausrichtung, indem sie beispielsweise dem Risikomanagement in den Sitzungen des Direktionsteams gezielt Zeit einräumt. Dieser wichtige Anstoss stärkt das Vertrauen und die Akzeptanz der Mitarbeitenden.
Im Zentrum des Ansatzes stehen Dialog und Zusammenarbeit im Team. Ziel ist es, einen offenen Austausch und die gemeinsame Problemlösung zu fördern und Einfachheit sowie Effizienz im Umgang mit Unvorhergesehenem zu begünstigen. Der Ansatz basiert auf kontinuierlichem Lernen und macht die Organisation agiler.
Zur Verankerung dieser proaktiven Kultur werden strukturierte und standardisierte Instrumente eingesetzt, die eine einheitliche Vorgehensweise auf allen Ebenen der Organisation sicherstellen. Die Risikobewertung nimmt dabei eine zentrale Funktion ein und muss insbesondere für die in Direktionssitzungen besprochenen Themen systematisch erfasst werden. Auch die Durchführung partizipativer Workshops ist wichtig, und zwar nicht nur für die gemeinsame Identifikation und Priorisierung von Risiken, sondern auch, um alle Akteurinnen und Akteure in die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen einzubeziehen. Die Kohärenz der Praktiken wird gestärkt und das Monitoring des Risikomanagements durch ein integriertes Dashboard im Tool Smartcockpit verbessert.
Das Corporate-Risk-Management soll als agiler Entscheidungshebel dienen und stützt sich auf eine sorgfältige Risikoanalyse, sodass die Organisation flexibel auf Herausforderungen reagieren kann.



